„Wenn jemand spricht, wird es hell.“ Freuds Formulierung verweist auf die epistemologische Kraft des Sprechens, auf jene Aufhellung, die dort entsteht, wo Erkenntnis, (Selbst-)Prüfung und Begegnung zusammenfallen. Unter diesem Leitmotiv lässt sich das Jahr 2025 am Department für Psychotherapiewissenschaft der Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin bilanzieren: als ein Jahr, das von erheblichen Fortschritten geprägt war, zugleich aber eine notwendige Schärfung institutioneller und professioneller Selbstreflexion einforderte und die Aufbauphase in eine neue Phase universitärer Konsolidierung überführte.
Die ersten Studierenden des universitären SFU Berliner PTW Kombinationsstudiengangs Psychotherapie nach dem Reformsystem haben ihr Studium erfolgreich abgeschlossen, den Antrag auf Erteilung der Approbation gestellt und bereiten sich nun auf die berufsanerkennende Staatsprüfung im Frühjahr 2026 vor. Damit wird sichtbar, was über viele Jahre aufgebaut wurde: ein neuer akademischer Heilberuf ist entstanden, getragen von wissenschaftlicher, klinischer und professionsethischer Qualität und verortet die Psychotherapiewissenschaft an der SFU Berlin in einer besonderen Position innerhalb von Academia und Versorgung.
Auch der Fachbereich Klinische Kunsttherapie hat sich 2025 beeindruckend weiterentwickelt. Die intensivere Vernetzung mit der klinischen Praxis, neue curriculare Elemente und das starke studentische Engagement haben einen spürbaren fachlichen Aufbruch ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist die hybrid durchgeführte Kunsttherapie Tagung 2025 im PEAC Museum Freiburg, die in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Freiburg stattfand. Die wissenschaftlichen Beiträge, die dichte Atmosphäre und die interdisziplinären Dialoge verdeutlichten das erhebliche Potenial kunstbasierter Therapieformen, sowohl in präventiven Kontexten als auch zunehmend in der komplementär-kurativen Versorgung. Die Kunsttherapie Tagung 2026 findet wieder an der SFU in Berlin in Eröffnung des Akademischen Jahres 2026/27 statt. Die Tagung steht unter dem Thema Märchen & Mythen in den kunstbasierten Therapien: in Märchen & Mythen geht es um intensive Bilder und Gefühle, die sich nur schwer in präzise Worte fassen lassen. Sie sprechen eine symbolische Sprache, die sich bei Menschen aller Kulturen finden lässt. Von besonderer Bedeutung ist hier auch die symbolische Erfahrung, da das Symbol nicht nur etwas über den aktuellen Zustand und Prozess des Selbst etwas aussagt, sondern auch vergangene und gegenwärtige Objekte (Personen) beschreibt.
Im Bereich der postgraduellen Psychotherapeut*innen Ausbildung in der Übergangsregelung zeigt sich eine ähnlich dynamische Entwicklung. Zum 1. Januar 2026 werden wir an der SFU Berlin die letzte Kohorte an zahlreichen PiA-Kolleg*innen begleiten. Das Engagement der Kandidat*innen, der Fachbereichsleiter*innen, Supervisor*innen, Dozierenden sowie der Ambulanztherapeut*innen verdient besondere Anerkennung. Es zeigt, wie tragfähig und institutionell verankert die Universitätspsychotherapie an der SFU Berlin geworden ist – und verweist zugleich auf jene Grenzen, die ein so hoher qualitativer und organisatorischer Anspruch mit sich bringt. Wir freuen uns daher auch über die räumliche Erweiterung am Platz der Luftbrücke. Die Übergangsfrist ist nun absehbar, doch das professionelle Fundament, das hier gewachsen ist, reicht weit in das neue Weiterbildungssystem hinein und wird dieses nun nachhaltig an der SFU prägen.
Die Sigmund Freud PrivatUniversität Wien Berlin Linz Ljubljana Milano Paris ist mit dem akademischen Jahr 2025/26 – nach zwanzig Jahren ihres Bestehens an der SFU Wien – mit einem neu bestellten Rektorat und der neuen Geschäftsführung gestartet: Rektor Univ.-Prof. Dr. Johannes Pollak, Kanzler Mag. Christian Arthaber, Vizerektorin für Recht & Organisationsentwicklung Dr.in Teresa Schön, Vizerektor für Lehre Ass.-Prof. Dr. Stefan Hampl und Vizerektorin für Forschung Univ.-Prof.in Dr.in Marion Garaus, Ph.D.
Unser besonderer Dank gilt dem SFU Rektor Univ.-Prof. Dr. Johannes Pollak, dessen präzise und zugleich ruhige Führung, sein wissenschaftliches Koordinationsvermögen und sein Verständnis für universitäre Autonomie wie institutionelle Verantwortung der gesamten Universität Orientierung geben. Sowie SFU Vizerektorin Forschung, Frau Univ.-Prof.in Dr. Marion Garaus, die in kürzester Zeit starke Akzente gesetzt hat und deren forschungspolitische Weitsicht sowie Engagement für internationale Kooperationen wesentlich zur Stärkung des wissenschaftlichen Profils der SFU beitragen. Die Zusammenarbeit mit diesem Rektorat steht spürbar unter dem Zeichen von scientia et prudentia.
Am Ende dieses intensiven und richtungsweisenden Jahres möchten wir allen danken, die dieses Department in seiner täglichen Arbeit tragen: den Studierenden, Alumnae et Alumni, den Absolvent*innen, den PiA, den Dozierenden, Forscher*innen, Supervisor*innen, den Teams der Lehr- und Forschungsambulanzen, den Mitarbeiter*innen in Administration & Organisation sowie unseren hochkarätigen institutionellen und klinischen Kooperationspartner*innen. Sie alle tragen dazu bei, dass die Klinische Psychologie & Psychotherapie in Studium & Aus- und Weiterbildung sowie Klinik an der SFU Berlin nicht nur gelehrt, sondern gelebt wird: als ein akademischer Raum, der Wissenschaft ernst nimmt, Profession in Verantwortung denkt und menschliche Begegnung in ihrer ganzen Komplexität würdigt.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben eine friedvolle Weihnachtszeit und Tage des Innehaltens, der Ruhe und der Klarheit.
Möge das Jahr 2026 ein Jahr voller heller Worte werden.
Profes. Dres.
Georg Franzen & Kathy Reboly
„Die Aufklärung über die Herkunft der […] Angst verdanke ich einem dreijährigen Knaben, den ich einmal aus einem dunklen Zimmer bitten hörte: »Tante, sprich mit mir; ich fürchte mich, weil es so dunkel ist.« Die Tante rief ihn an: »Was hast du denn davon? Du siehst mich ja nicht.« »Das macht nichts«, antwortete das Kind, »wenn jemand spricht, wird es hell.« “ Sigmund Freud, 1905, GW V, S. 126 in den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie I www.freud-online.de
Department Psychotherapiewissenschaft
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