Journalist*innenausbildung an der SFU Berlin – bei Bedarf auch mit Zusatzbaustein Sportberichterstattung

Max Wiesinger sprach mit dem Studiengangsleiter Prof. Dr. Detlef Gwosc über Neuerungen im Studienbetrieb an der SFU Berlin zum Wintersemester 2020/21:

Wiesinger: Herr Professor Gwosc, seit einigen Jahren bietet die Sigmund Freud Privatuniversität Berlin auch einen Studiengang Medien und Digitaljournalismus an. Mit dem Namen Sigmund Freud verbindet man jetzt nicht sofort journalistische Aktivität…

Gwosc: Ich antworte mit unserem Rektor in Wien, Herrn Professor Pritz, der einmal eine ähnliche Frage sinngemäß wie folgt beantwortete: An der Friedrich-Schiller-Universität in Jena kann man auch nicht nur klassische Literatur studieren! Aber ganz im Ernst: Es gibt durchaus eine Reihe von Schnittmengen zwischen der Psychologie und dem Journalismus bzw. den Medien. Die Wirkungsweise medialer Angebote bei den Menschen beispielsweise können Sie ohne psychologische Grundkenntnisse und neueste Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Psychologie und Verhaltensforschung nicht erklären.

Wiesinger: Haben Sie ein Beispiel parat?

Gwosc: Medienangebote werden heutzutage von sehr vielen Menschen nachgerade tagtäglich auch therapeutisch genutzt. Menschen erfahren über die Nutzung bestimmter Medienangebote eine Struktur durch den Tag, was ihnen dabei hilft, das sogenannte „Verfassungsflimmern“, einen Zustand von ständiger Unruhe in einem fragmentierten Alltag, abzumindern. Wissenschaftliche Studien haben offenbart: Medien fungieren in unserer Zeit vielfach als wirkungsvolle Alltagstherapeuten.

Wiesinger: Gibt es Schwerpunkte auf einzelne Medien im Rahmen der journalistischen Ausbildung an der SFU Berlin?

Gwosc: Ein Journalist kann sich heute nicht mehr nur auf ein Medium konzentrieren. Wir vermitteln deshalb Kenntnisse und befördern Fähigkeiten, die über das einzelne Medium hinaus gehen. Als Journalist, egal ob angestellt oder freiberuflich tätig, muss man heute ebenso in der Lage sein, einen Bericht für die Zeitung oder eine Pressemitteilung zu schreiben, einen O-Ton für einen Radiosender „einzufangen“ und zu verarbeiten, eine kurze Filmsequenz zu drehen oder eine Homepage mit Content zu füllen. Crossmediales Arbeiten ist zudem vielfach angesagt. Wir streben mithin nach einer universalen Einsetzbarkeit unserer Absolventen. Wobei unser Studium letztlich eine Grundlagenausbildung mit Teilspezialisierung liefert.

Wiesinger: Mit Beginn des Wintersemesters 2020/21 können Studenten an der SFU Berlin auch zusätzliche Qualifikationen im Segment Sportjournalismus erwerben. Wie kam es dazu?

Gwosc: Eine Hochschuleinrichtung, an der ich bis 2014 viele Jahre in exponierter Funktion tätig war und die anderthalb Jahrzehnte sehr erfolgreich Sportjournalist*innen ausgebildet hat, hat den Lehrbetrieb aufgrund von Managementfehlern kürzlich eingestellt. Auf Drängen ausgewiesener Dozenten aus dem Sportbereich wie Heiko Klasen (ZDF), die an der bisherigen Ausbildung beteiligt waren, haben wir ein Paket geschnürt, das unser Curriculum bei Bedarf von Interessent*innen um theoretische und praktische Komponenten im sportjournalistischem Bereich erweitert. In diesem Zusammenhang gibt es unter anderem eine Kooperation mit hauptstadtsport.tv; einer Plattform, auf der sich die an der Sportberichterstattung interessierten Studenten faktisch vom ersten Tag einbringen und ausprobieren können.

Wiesinger: Kennt man einige Ihrer ehemaligen Sportjournalismusstudent*innen?

Gwosc: Und ob. Das von mir seinerzeit mitverantwortete Studium hat viele erfolgreiche Sportjournalisten hervorgebracht, an dieser Stelle seien nur Nele Schenker (Sky), Annika Zimmermann (ZDF), Timm Kraeft (Pro7Sat1), Maike Sidka (DFL Digital Sports) und nicht zuletzt auch Christoph Dommisch genannt. Christoph „Icke“ Dommisch kennen die meisten Sportinteressierten vor allem durch seine Co-Moderatorentätigkeit bei den American Football Übertragungen auf Pro7Maxx. An diesen Erfolg wollen wir jetzt an der SFU anschließen. Ich gehe davon aus, dass die Liste erfolgreicher Journalisten in absehbarer Zeit durch Absolvent*innen, die an der SFU Berlin studiert haben, erweitert werden wird.

Wiesinger: Ist dieser Sportjournalismus-Baustein exklusiv für die Bachelorstudent*innen?

Gwosc: Nein, das um das „Sportpaket“ erweiterte Angebot gilt gleichermaßen für die Bachelor- als auch für die Masterstudent*innen.

Wiesinger: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

 

Institut für Medien und Digitaljournalismus

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Fabian Maier
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