DDR-Kolloquium im Wintersemester 2022/23

Buchvorstellung und Zeitzeuginnengespräch mit Ulrike Poppe und Almut Ilsen

Im März 1982 verabschiedete die Volkskammer der DDR ein Gesetz, das die  Einbeziehung von Frauen in die allgemeine Wehrpflicht ermöglichte. Sieben Frauen formulierten eine Eingabe, die insgesamt ca. 130 Frauen aus Berlin und Halle (Saale) unterschrieben. Im Oktober 1982 schickten sie diese an Partei- und Staatschef Erich Honecker. Die Aktion gilt als  Gründungsakt der »Frauen für den Frieden« in Ost-Berlin, eine der am längsten existierenden Oppositionsgruppen in der DDR. In der  Veranstaltung sind Ulrike Poppe und Almut Ilsen zu Gast und berichten von den Erfahrungen der Frauen für den Frieden.

Referentinnen:

Almut Ilsen, 1950 in Jena geboren, studierte an der Friedrich-Schiller-Universität Chemie. 1975 ging sie nach Ost-Berlin, arbeitete als Fachreferentin für Naturwissenschaften an der Staatsbibliothek und studierte postgradual Bibliothekswissenschaften. 1982 war sie Mitbegründerin der Oppositionsgruppe „Frauen für den Frieden“ und 1989 des Frauenzentrums EWA. 2019 gab sie zusammen mit Ruth Leiseworitz das Buch „Seid doch laut“ über die „Frauen für den Frieden in Ost-Berlin“ heraus.

Ulrike Poppe, geboren 1953 in Rostock, begann nach dem Abitur ein Studium der Kunsterziehung und Geschichte an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin und arbeite am Museum für Deutsche Geschichte. 1983 wurde sie aufgrund ihrer Aktivitäten für die Frauen für den Frieden durch das Ministerium für Staatssicherheit (zusammen mit Bärbel Bohley) wegen „Verdachts auf landesverräterische Nachrichtenübermittlung“ verhaftet und war sechs Wochen in Untersuchungshaft. Seit 1989 setzt sie sich für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein.

Der Eintritt ist freie – wir bitten um Anmeldung zur Teilnahme bei helena.hotopp@sfu-berlin.de

Sigmund Freud Privatuniversität, 
Columbiadamm 10, Turm 9, 
12101 Berlin