Deutschland an der Spitze der internationalen Psychotherapieentwicklung

Reform des Psychotherapiegesetzes

Der Bundesrat hat das Psychotherapiegesetz II endgültig beschlossen, das am 26. September im Deutschen Bundes­tag verabschiedet wurde. Die SFU Berlin begrüßt ausdrücklich die Umsetzungsstrategien der Bundesregierung, die Novellierung der Ausbildung der bisherigen (psychologischen) Psychotherapeut*innen in Form einer Direktausbildung umzusetzen.

Das Engagement der Bundesregierung und des Gesundheitsausschusses steht wegweisend, nachhaltig und paradigmatisch für die Entwicklungen des Faches zur eigenständigen akademischen Disziplin. Die Verankerung des Berufs des*r Psychotherapeuten*in sichert so den eindeutigen Status als akademischen Heilberuf und führt zur Justierung und Ausdifferenzierung der Kompetenzbereiche. Als Folge werden die gängigen Paradigmata in Ausbildung, Lehre und Psychotherapieforschung neu überdacht, neue Wege werden beschritten, um den hohen Anforderungen der Profession gerecht zu werden.

Der Referentenentwurf als PDF

Das europaweit erste Vollstudium der Psychotherapiewissenschaft
Die Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) ist eine akkreditierte europäische humanwissenschaftliche Privatuniversität. Seit 2004 bietet die Sigmund Freud PrivatUniversität Wien das europaweit erste Vollstudium der Psychotherapiewissenschaft (Bachelor/Master/Doktorat/Habilitation) an und betreibt internationale Psychotherapieforschung unter Einbeziehung der Methodenvielfalt sowie einschlägige Ausbildungsforschung.

Seit 2016 wird das Direktstudium der Psychotherapie in Forschung und Lehre auch am SFU Standort Berlin am Campus Flughafen Tempelhof angeboten. Zudem betreibt die SFU Berlin am Department für Psychotherapiewissenschaft eine staatlich anerkannte Ausbildungsstätte für Psychotherapie  und eine kassenermächtigte Institutsambulanz. Somit können wir sowohl den „alten“ Weg für Kolleg*innen in der Übergangszeit (Psychologiestudium und Ausbildung) als auch den neuen deutschen Weg (Psychotherapiestudium und Weiterbildung) für den Nachwuchs zur Gänze abbilden und auf einschlägige und einmalige Vorerfahrungen und Netzwerke zurückgreifen.

Die Psychotherapie kann nicht mehr als Appendix, Paradisziplin oder Subfach von ausschließlich Psychologie oder Medizin in den akademischen und professionellen Fächerkanon eingeordnet werden. Die Zeit ist reif, methodisch und inhaltlich die Kontur der Psychotherapie als Wissenschaft und Profession im Zusammenhang einer Psychotherapiewissenschaft im Einklang mit all’ ihren Bezugswissenschaften zu definieren, um inhaltliche und strukturelle Aspekte einzubinden. So entwickeln Psychotherapeut*innen der kommenden Generationen eine berufliche Erstidentität im Sinne des „scientific-practioner-Modells“ und erzielen erweiterte Kompetenzen und Professionalisierung für die akademischen aber gleichzeitig ambulanten, stationären und präventiven Bereiche sowie Versorgungsstrukturen.

Etablierung des Direktstudiums
Spezifiziert auf die Professionsentwicklung in Deutschland bedeutet dies einen historischen Meilenstein, die Etablierung der Direktausbildung bzw. des Direktstudiums Psychotherapie(wissenschaft) für die Bereiche der Berufsausübung, der Weiterbildung und der Akademisierung des Faches nachhaltig für die nächsten Generationen zu verankern. Somit steht Deutschland an der Spitze der internationalen Psychotherapieentwicklung.