Weihnachten naht, liebe SFU Berliner Studierende der Psychologie, Psychotherapie, Journalismus, Kunsttherapie, liebe Masterkandidatinnen in Cultural Relations & Migration, liebe Psychotherapeut*innen in Ausbildung (PiAs), geschätzte Mitarbeiter*innen, Dozent*innen, Professor*innen, Alumni, Partner*innen & Freunde!

Aufgrund der globalen Krise mussten wir alle zusammen ein Jahr mit enormen Herausforderungen meistern, sei es beruflich wie privat. Durch die eingeschränkten Präsenz- und Kontaktmöglichkeiten haben wir uns neu geordnet, formiert und uns neu aufstellen müssen. Der aus dem SoSe anfänglich improvisierte universitäre Digitalisierungsprozess im Lehr- und Forschungsbetrieb schreitet voran und konnte sich im Wintersemester ein Stück weit professionalisieren. Wir gestalten den Unibetrieb mit seinen hochschuldidaktischen und organisatorischen Herausforderungen an der SFU Berlin nun derart, unseren Studierenden und Mitarbeiter*innen ein Maximum an möglicher Sicherheit zu gewähren. So bestreiten wir die Lehrveranstaltungen im Wintersemester nunmehr in flexiblen und unterschiedlichen Modi wie Distance Learning, Online und Hybrid Seminaren, Webinaren, Wechselmodellen und teilweise – da wo es verantwortbar ist – auch in Präsenzveranstaltungen in Klein- und Kleinstgruppen unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Im Wissen um die besondere Bedeutung und Notwendigkeit des persönlichen interaktionellen Kontaktes zwischen Lehrenden und Lernenden, macht es uns umso dankbarer zu sehen, wie kollegial, empathisch, zusammenstehend trotz physischem Distanzgebot und besonnen sich die Universitas der SFU Berlin in dieser Pandemie durch die Krise manövriert.

Der SFU Campus Berlin ist auf 400 Studierende aus über 30 Ländern gewachsen und legte in diesem Jahr das Fundament für den weiteren Entwicklungsprozess: so wurde der SFU Campus Berlin räumlich erweitert; wir walten und schalten in unserem Turm 9 am ehemaligen Flughafen Tempelhof (THF) als auch direkt in den neu bezogenen Ambulanz- und Seminarräumen am Platz der Luftbrücke (PdL).

Prof. Dr. David Becker hat die Leitung des Psychologie Departments an Frau PSY Vizedekanin Lehre Prof. Dr. Meike Watzlawik übergeben. Ihnen beiden gilt besondere Dank am bisherigen Aufbau und bei der federführenden Profilbildung der Psychologie an der SFU Berlin. Wir freuen uns, dass Prof. Becker tatkräftig in Forschung & Lehre, aber auch als Spiritus Rector der SFU verbunden bleibt.

Seit dem Wintersemester 2020/21 ist der renommierte Leipziger Soziologe und Psychologe Oliver Decker Professor für Sozialpsychologie und interkulturelle Praxis an der SFU Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kritischen Theorie und psychoanalytischen Sozialpsychologie, insbesondere zu Transformationsprozessen und Subjektivierung in modernen Gesellschaften. Oliver Deckers Forschung ist auf die autoritären Herausforderungen der demokratischen Gesellschaft ausgerichtet, gegenwärtig auf Antisemitismus, Antifeminismus und Verschwörungsmythen. Dabei steht zum einen Grundlagenforschung im Vordergrund, wenn mit bevölkerungsrepräsentativen Erhebungen die politische Einstellung in Deutschland gemessen wird, aber auch angewandte Sozialpsychologie, wenn es um die Fragen politischer Handlungsfähigkeit für progressive Ziele geht.
Ebenfalls konnten wir Frau Dr. Karin Mdloch als Assistenzprofessorin am Lehrstuhl für Sozialpsychologie und Interkulturelle Praxis gewinnen: sie bringt jahrelange Erfahrung und Forschungsexpertise in der Internationalen Zusammenarbeit mit und verfolgt das Interesse, den Wissensaustausch im Bereich der Psychologie und der psychosozialen Praxis mit Kolleg*innen aus Konflikt- und Krisenregionen zu stärken.

Neben zahlreichen kleineren, aber nicht weniger spannenderen Forschungsprojekten am PSY Department, befinden sich zwei große Forschungsarbeiten bereits in der Umsetzungsphase: das durch den Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Projekt zur „Operativen Psychologie unter der wissenschaftlichen Leitung von Ass.-Prof. DDr. Martin Wieser (öffentlich zugängliches „DDR Kolloquium“ inklusive!) sowie die durch das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Befragung zur Öffentlichen Wahrnehmung der Covid-19 Pandemie in Deutschland unter der Studienleitung von Prof. Dr. Meike Watzlawik: Was halten Sie für richtig? Verschaffen Sie Ihrer Stimme Gehör.

Auch der in 2018 gelegte Grundstein für den Lehr- und Forschungsbetrieb des Medienstudiengangs unter der Leitung von Prof. Dr. Detlef Gwosc am Department für Psychologie zeigt seine Wirkung: der Studienbetrieb im WS etablierte eine neue Kohorte an Studienanfänger*innen, indem die angehenden Journalist*innen – wichtiger denn je – zu Informationspilot*innen in der neuen digitalisierten Welt akademisch und praktisch gleichermaßen ausgebildet werden. Die Studierenden im Bachelor- und Master-Programm erlernen an der SFU Berlin nicht nur das technische und redaktionelle Handwerkszeug für Hörfunk-, TV- und Web-Produktionen, sondern beschäftigen sich auch mit Persönlichkeitsentwicklung & Entwicklung ihrer Berufsidentität, als auch mit Inhalten aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft, insbesondere der Medienpsychologie.

Der Gastprofessur im WS 2020/21 ist em. Prof. Dr. Norbert Finzsch gefolgt: der emeritierte Prorektor der Universität zu Köln, ein renommierter und viel zitierter Sozialhistoriker, Germanist und mehrfach ausgezeichnete Nordamerikaforscher liest die departmentübergreifende VO zur „Kulturgeschichte der Psychoanalyse im 20. Jahrhundert“ für Psychotherapie-, Psychologie- und die Journalismusstudent*innen. In der aktuellen Folge des SFU Berlin Podcast spricht er über die Lehre in Zeiten der Pandemie und über die aktuelle politische Lage in den USA.

2020 ist auch das Jahr, in dem sich Deutschland mit dem in Kraft getretenen Psychotherapeut*innen Reformgesetz seine Position an der Spitze der internationalen Psychotherapieentwicklung sichern konnte. Die Psychotherapie ist mehr als eine Subdisziplin der Psychologie oder Medizin und hat sich zunehmend emanzipiert. Die Gründung der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) 2005 trug der Entwicklung erstmals auch auf der Hochschulebene Rechnung und betreibt seither das grundständige Studium der Psychotherapiewissenschaft an den SFU Campus Wien Berlin Linz. Nun, 2020 folgen die deutschen Universitäten mit Modifikationen der SFU Vorreiterrolle!

Das seit 2016 konsekutive Psychotherapiestudium in Forschung & Lehre an der SFU Berlin beinhaltet zudem am Department für Psychotherapiewissenschaft eine in Deutschland staatlich anerkannte Ausbildungsstätte für Psychotherapie. Unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Franzen wird der herausragende Paradigmenwechsel forciert und das methodenpluralistische Verständnis der Psychotherapie an der SFU weiter ausgebaut: so konnten wir neben der Akkreditierung in der Fachkunde Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, auch die Grundsteine für 2021 für die weiteren universitären Approbationslehrgänge in den Fachkunden Psychoanalyse (AP), Verhaltenstherapie (VT) legen sowie den Beginn der Approbationsausbildung in Kinder- & Jugendlichenpsychotherapie (KJP) für 2021 vorbereiten.

Die SFU Berlin kann den „alten“ Weg für bereits studierende Kolleg*innen in der Übergangszeit (Psychologiestudium & Ausbildung) als auch den seit diesem WS ausschließlich neuen möglichen Weg zum*r Psychotherapeut*in in D (approbationskonformes Psychotherapiestudium & Weiterbildung ab 22) für den Nachwuchs zur Gänze abbilden und auf einschlägige und einmalige Vorerfahrungen und Netzwerke zurückgreifen: die Weichen für eine zukunftsgerichtete (post)moderne und attraktive Psychotherapeut*innen Ausbildung sind gestellt, Profiteure sind die Psychotherapie Patient*innen selbst im Rahmen der Regelversorgung und die neue sich nun entwickelnde Generation der Psychotherapeut*innen.

Im 2020 erschienenen Sammelband des Pabst Verlages „Universitäres Psychotherapiestudium – Das Modell der Sigmund Freud PrivatUniversitätberichten Psychotherapiewissenschaftler*innen und Psychotherapeut*innen der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft unter der Ägide von SFU Vizerektorin & PTW Dekanin Prof. Dr. Jutta Fiegl erstmalig von ihren Erfahrungen, der theoretischen Fundierung, über die Lehre bis hin zur Forschung und Ausbildungsforschung und geben so einen Einblick in die Tiefe, aber auch in die Breite des Faches Psychotherapiewissenschaft.

Frau Prof. Dr. med. Uta-Susan Donges wurde zum Wintersemester 2020/21 als ordentliche Professorin an die Fakultät für Psychotherapiewissenschaft/Department Berlin berufen und fungiert als curriculare Modulleiterin für Medizinische Grundlagen in Lehre & Forschung sowie an der geplanten Ärztlichen Weiterbildung Psychotherapie an der PTW Berlin mit. Die Chefärztin des Martin Gropius Krankenhauses Eberswalde bei Berlin habilitierte an der Charité Universitätsmedizin Berlin bei Prof. Dr. Dr. A. Heinz. Während ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn hat Frau Prof. Donges immer mit viel persönlichem Engagement praxis- und kompetenzorientiert ihr Wissen an Medizinstudierende und junge Ärzt*innen weitergegeben. Sie freut sich sehr über die innovative neue Zusammenarbeit mit den Studierenden der Psychotherapiewissenschaft.

2021 steht im Zeichen der institutionellen ReAkkreditierung der gesamten SFU: wir freuen uns sehr über diesen vielfältigen Vorbau für das kommende Jahr.
Mit den Worten Sigmund Freuds: „Wenn jemand spricht, wird es hell.“, möchten wir zum neuen Jahr überleiten. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen hoffnungsfrohen Blick in das neue pandemisch bedingt herausfordernde Neue Jahr – v.a. Gesundheit, Besonnenheit, Glück & Freude!
Dabei gilt der besondere Dank den engagierten „SFUler*innen“, die gemäß ihren Möglichkeiten unermüdlich versuchen, unsere Welt ein kleines Stückerl mitzugestalten und zu einem schönen Ort zu machen.

Besinnliche Feiertage!

Kathy Reboly
Direktorin SFU Berlin

#werdederdubist